Schulbeginn – Gastbloggerin SaM

Schulbeginn

Meine Tochter hat vor kurzem mit der 3. Klasse Volksschule begonnen. Das ist eine große Veränderung für ein hochsensibles Kind nach den Sommerferien. Natürlich könnte man sagen, sie ist ja schon in der 3. Klasse. Eigentlich dürfte es kaum mehr Stress für sie bedeuten, sie kennt sich ja schon aus. Dachte ich auch. Bis ihre Hautempfindlichkeit wieder begann.

Hautempfindlichkeit ist bei uns – erfahrungsgemäß bei vielen hochsensiblen Menschen – ein großes Thema. Daran kann ich ablesen, wie hoch der aktuelle Stresslevel meiner Tochter ist. Geht es ihr gut, gibt es kaum Empfindlichkeiten an der Haut. Aber geht es ihr nicht so gut, ist die Hautempfindlichkeit kaum auszuhalten.

Was meine ich mit Hautempfindlichkeit?

Hautempfindlichkeit ist eine Facette der Hochsensibilität, die meine Tochter stark betrifft. Es beginnt mit dem Anziehen am Morgen. Sie spürt jedes Wäschezeichen auf der Haut, jedes Haar im Hosenbein, jedes kleinste Stoffknäul in der Socke, sie spürt Kleinigkeiten, die optisch gar nicht erkennbar sind. Die Unterhose sticht, die Beine jucken, das Wäschezeichen im Nacken kratzt, in der Socke stört etwas… Sie zieht sich morgens 3-4x um, weil die Hose juckt oder die Socken drücken oder etwas im Schuh sticht.

Ich kenne dieses Phänomen. Ich bin genauso. Ich habe aber mittlerweile gelernt damit umzugehen. Das heißt nicht, dass ich es kontrollieren kann. Aber ich versuche diese Störfaktoren so gering wie möglich zu halten. Das lerne ich auch gerade meiner Tochter. Die Fußsohlen werden vor dem Anziehen der Hose abgewischt, damit keine Hundehaare in die Hose mit hineingezogen werden können, die dann auf den Beinen jucken könnten. Die Socken werden vor dem Anziehen umgedreht und ausgeschüttelt, die Unterhose wird auf herausstehende Fäden und dergleichen untersucht. Und gleich nach dem Anziehen der Socken werden die Schuhe angezogen, damit auch keine unerwünschten Haare oder sonstiges in die Schuhe gelangen, die dann wieder stechen könnten. Das klingt anstrengend, ist es auch. Aber ein Ignorieren der Empfindlichkeit ist nicht möglich. Denn sie macht das nicht, um mich zu ärgern, sondern es quält sie tatsächlich etwas. Ein Haar im T-Shirt am Rücken kann einen den ganzen langen Tag über quälen.

Hautempfindlichkeit kann anstrengend sein. Aber es hat auch sein Gutes. Ich weiß sofort, dass meine Tochter gerade mehr unter Stress steht. Ich kann darauf reagieren, es versuchen abzufangen. Auch wenn es für mich selbst teilweise nervenaufreibend ist, weil eben immer irgendwo etwas juckt oder sie ständig die Kleidung wechselt. Hier muss man sich als Mama der Thematik bewusst werden und es mit Engelsgeduld durchstehen. So schwer das um 7 Uhr morgens unter Zeitdruck auch sein mag.

Bis bald, eure SaM

Leuchtturm